Was ist EFT

Was ist EFT-Therapie nach Sue Johnson?

Die Emotionsfokussierte Therapie (EFT) wurde in den frühen 1980er Jahren von Dr. Sue Johnson in Kanada auf der Basis ihrer Forschungsarbeiten und der Suche nach bestmöglicher Unterstützung für Paare konzipiert und hat sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Während EFT-TherapeutInnen anfänglich vor allem Paare unterstützt haben, arbeiten sie inzwischen auch mit Einzelnen (Emotionsfokussierte Einzeltherapie, EFIT) und Familien (Emotionsfokussierte Familientherapie, EFFT). Darüber hinaus hat Sue Johnson mit „Hold Me Tight“ ein Präventivprogramm für Paare entwickelt, das in Gruppen mit mehreren Paaren stattfindet.

In den USA, Kanada und einigen europäischen Ländern (z.B. in den Niederlanden) gehört EFT zu den am meisten angewandten Formen der Paartherapie. In den vergangenen Jahren wurde EFT in Deutschland auch immer bekannter. Viele Menschen suchen inzwischen auch hier explizit nach diesem Unterstützungsweg. Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen, dass 70-75 Prozent der Paare mit EFT erfolgreich ihre Beziehungsproblematik lösen können und ca. 90 Prozent eine deutliche Verbesserung zeigen. Dies sind die besten Ergebnisse, die bisher auf dem Gebiet der Paartherapie erzielt wurde. (Quelle: Johnson, S., Hunley, J., Greenburg, L. & Schindler, D. (1999) „Emotionally Focused Couples Therapy: Status & challenges.” In: Journal of Clincical Psychology: Science and Practice, 6, 67-79. https://doi.org/10.1093/clipsy.6.1.67)

 

Dr Susan-Johnson

Dr. Sue Johnson

1 Way to Paradise

Sue Johnsons Erkenntnis ist: Bindung ist nicht nur im Baby- und Kindesalter wesentlich für Menschen, sondern auch Erwachsene sind auf sichere Bindung angewiesen. Damit hat sie die Bindungstheorie, die von John Bowlby und seiner Kollegin Mary Ainsworth entwickelt wurde, auf die Beziehung zwischen Erwachsenen übertragen. Sue Johnsons hat beschrieben, dass Konflikte und Eskalationen zwischen PartnerInnen, die sich z.B. in Wut, Ärger, Resignation, Erstarrung oder Rückzug ausdrücken, eine Stressreaktion auf die Gefahr eines befürchteten Bindungsverlustes sind. In dem Sinne macht sie in ihrer Forschung deutlich, dass das Drama der Liebesbeziehung eine erwachsene Version der Bindung zwischen Eltern und Kind ist.

Neben der Bindungstheorie hat Johnson in der Entwicklung der EFT systemische (Salvador Minuchin) und humanistische Ansätze (Carl Rogers) integriert. Wesentlich ist die nicht-pathologisierende, empathische Haltung der EFT-TherapeutInnen. Als EFT-TherapeutInnen gehen wir davon aus, dass ein Verhalten (Protest, Ärger, Vorwürfe, Rückzug, Verstummen) von Menschen in (Beziehungs-)Konflikten oftmals den Wunsch ausdrückt, Bindung herzustellen, auch wenn dies erstmal nicht direkt sichtbar ist. Wir würdigen und normalisieren das Verhalten und erforschen die dahinterliegenden verletzlichen Gefühle.

Sue Johnson hat nicht nur das Verständnis von Liebe mit dem Fokus auf Bindung revolutioniert, sondern sie hat auf der Basis ihrer Forschungsergebnisse und entwickelten Theorien über Liebe und Beziehungen ein therapeutisches Programm entworfen, auf dessen Basis EFT-TherapeutInnen Paare, Einzelpersonen und Familien unterstützen können. Sie helfen Menschen dabei, aus negativen Verstrickungen – dem negativen Zyklus – auszusteigen und wieder zu mehr Verbundenheit, Sicherheit und Nähe mit in der Partnerschaft, in der Familie oder mit sich selbst und anderen zu kommen.

Eine EFT-Therapie trägt dazu bei, dass verletzende und/oder traumatisierende Bindungserfahrungen aus der Kindheit oder aus Partnerschaften verstanden, gewürdigt, gefühlt und neu integriert werden können. Dadurch entsteht ein Prozess, in dem Vorstellungen über sich selbst und andere sich wandeln können hin zu mehr Selbstsicherheit, Selbstermächtigung und Empathie für sich selbst und andere.

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„Liebe ist ein uralter, eingebauter Überlebenscode,
der darauf ausgerichtet ist, einige wenige Menschen,
denen man völlig vertraut und von denen man abhängig ist,
in seiner Nähe zu halten.“
Sue Johnson